Ende Juli wird der Osloer Regierungsbezirk zu Teilen in die Luft gejagt und am selben Tag das Jugendcamp der norwegischen Sozialdemokratie angegriffen. Insgesamt werden 76 Menschen regelrecht hingerichtet. Auch wenn gemäß dem gewohnten Feindbild zunächst Islamisten der Tat verdächtigt werden, stellt sich heraus, dass der Massenmord von einem jungen Norweger (A. Breivik) begangen wurde. Die Öffentlichkeit hat damit eine schwer verdauliche Kost zu schlucken: Der Feind kommt aus dem Inneren, es ist einer „aus den eigenen Reihen“.
Im Oktober haben wir einen ersten Teil des Textes „Staatsverschuldung und die Krise im Euroraum“ veröffentlicht. Dieser Text ist jetzt fertig. Zusammen mit dem überarbeiteten ersten Teil kann man ihn hier jetzt lesen, verlinken, und gerne könnt ihr in Form von Leserbriefen Anmerkungen und Kritiken schicken. Der Text ist recht lang geworden, weil wir versucht haben, das Thema verständlich aufzubereiten. Unten ist der Text zwecks besserer Lesbarkeit als PDF angehängt.
Vortrag von Jimmy Boyle zur griechischen Staatsverschuldungskrise auf Einladung des Antifa AK Köln
Warum verschulden sich Staaten? Wie bezahlen Staaten ihre Schulden? Was schafft Vertrauen an den Finanzmärkten und wie kommt es dazu, dass Gläubiger ihr Vertrauen in die Staatsschuld verlieren? Was sind die Gründe der Staatsverschuldungskrise in Griechenland und was hat das mit dem Euro zu tun? Warum bedrängen der griechische Staat und die EU die griechische Bevölkerung mit Lohnkürzungen, Sparmaßnahmen und verordnen so politisch ein mehr an Armut?
An Krisenereignissen der relativ neuen Art hat man in den letzten drei Jahren einiges mitbekommen. Da gibt es eine Krise bei Finanzprodukten, die angeblich die Banker selber nicht verstehen. Dann gibt es eine weltweite Bankenkrise. Darauf folgt eine Krise in der Automobilwirtschaft und sowieso eine gesamtwirtschaftliche Krise. Zwischendurch sind auch schon immer wieder Staaten kurz vor dem Staatsbankrott gewesen und mussten Hilfegesuche an den IWF stellen. In jüngster Zeit war zunächst ein Mitgliedsstaat der Euro-Zone in Bedrängnis geraten - Griechenland- aber mittlerweile sind es mehr geworden, u.a. Spanien. Gegen Griechenland ist in dieser Phase eine richtige Hetzkampagne in den deutschen Medien losgetreten worden. Einen Auszug davon, der berüchtigte Brief der BILD-Zeitung an den Ministerpräsidenten Griechenlands, soll hier stellvertretend kritisiert werden.
Nach einer Darstellung der neuesten "sozialen Möglichkeiten" - auf die Gesellschaft bezogenes Instrumentarium - des deutschen Staates folgt die Darstellung dieses Zusammenhangs. Warum die Montagsopposition gegen Hartz IV bestenfalls nichts taugt, folgt abschließend.
Putin behauptet Russlands Gewaltmonopol - darf der das?
Wenn in der westlichen Hemisphäre ein militanter Angriff das staatliche Gewaltmonopol herausfordert, dann überrascht das Auftauchen ausgefeilter Regierungspläne für diverse repressive Maßnahmen keinen. Ganz im Gegenteil, die Forderungen nach mehr Härte im Kampf gegen Staatsfeinde gehören zum guten Ton. Wenn dagegen in Russland den neueren Aktionen der Dschihadisten mit einer Reihe von Beschlüssen begegnet wird, die zwar in keinem direkten Zusammenhang mit der Geiselnahme in Beslan stehen, deren Inhalt sich aber mit "härter & effektiver kontrollieren" zusammenfassen lässt, dann ist es für die Demokraten im Westen ein Grund zu tiefer Besorgnis.