27. Juli 2010
Die deutsche Presse und der Fall Griechenland
| 10. August 2010 | ||
| 14:00 |
Workshop von jimmy boyle berlin auf dem Camp der NFJ Berlin
Öffentliche Diskurse zur Krise in Griechenland anhand des BILD-Briefes an den griechischen Ministerpräsidenten
Dass die BILD-Zeitung ein Stück schlechter Journalismus ist, in diesem Urteil sind sich viele einig. Und sicherlich entstammen Aussagen, dass „wir" Griechenland den Trainer Ihrer Fußball-Europameister „geschickt haben", so dass „die" Griechen uns mal so richtig dankbar sein sollten, dem nationalistischen Absurditätenkabinett. Warum sich also mit der BILD-Zeitung ernsthaft argumentativ auseinandersetzen? Nicht nur aufgrund der Auflage und des Einflusses der Zeitung halten wir das für wichtig. Sondern vor allem finden sich in dem Brief Vorstellungen über Staatsschuld, Korruption und Wirtschaftskraft, über Fleiß und Faulheit, über „Wir" und „Die", die sich anders formuliert auch jenseits des Boulevards im Spiegel oder der FAZ finden und zum Standardrepertoire der Bürgerverstands gehören. Wir meinen also, es lohnt sich, diese Vorstellungen mal genauer zu betrachten und sie zu kritisieren.
Zugleich soll damit der Weg etwas frei gemacht werden, für die Fragen anlässlich der aktuellen Krise, die es erlauben zu verstehen, was da passiert.